AnnetteDoms JensSemjan 3-1024x432 in KONTEXT

Die zeitgenössische Kunst hat in den vergangenen dreissig Jahren einen Boom erfahren wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Die Preise haben sich vertausendfacht. Auf der ganzen Welt entstehen Sammlermuseen mit zeitgenössischer Kunst. Und immer mehr junge Menschen wagen den Schritt in die Akademien, in der Hoffnung mit ihrem kreativen Potential einmal Geld zu verdienen. Jeder Versuch, die aktuelle Kunstproduktion in seiner Gesamtheit zu erfassen, kann heute nur schnappschussartig einen vorübergehenden Zustand abbilden.
Scheinbar ‚boomt’ die Kunst, von allem gibt es mehr … nur von einem gibt es weniger: Kriterien. Wer entscheidet heute eigentlich, was “gute” und was “schlechte” Kunst ist? Kunsthistoriker? Galeristen? Sammler? Kuratoren? Kritiker?

Auch Kunstpreise gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Ist dies gut für unsere Kultur? Oder ist die Popularität der Kunstpreise nicht schlichtweg eine Antwort auf den kulturellen Pluralismus allgemein? Das Internet hat Meinungen demokratisiert. Die Meinungsvielfalt steht heute dafür, was wirklich gut sein kann. Ähnlich verhält es sich mit Jurysitzungen. Mit einem Preisträger hat man eine Garantie für Qualität. In Wirklichkeit, ist Kunst zwar immer ein Risiko und auch ein Preis ist letztendlich Ausdruck des Geschmacks. Doch treffen hier Experten zusammen, die ihre Entscheidungen diskutieren, um aus vielen guten Kunstpositionen eine gemeinsam emfpundene beste Arbeit auszuwählen.

Vor einem Jahr gründeten wir den artgrant, weil wir davon überzeugt sind, dass ein gut organisierter, definierter und jurierter Kunstpreis eine exzellente Idee ist, um Kunst im Zeitalter der absoluten Reizüberflutung angemessen bewerten zu können. Wir wollen Künstler in ihrem Werdegang bestärken. Und die eingereichten Bewerbungen geben uns den tatsächlichen Einblick in das aktuelle Kunst- und Kulturschaffen in Deutschland.